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Die Aubergine oder Eierfrucht

Alle Liebhaber der orientalischen und mediterranen Küche schätzen sie: die Aubergine oder Eierfrucht, in Österreich unter dem Namen Melanzani bekannt. In Indien und im alten China nutzte man das Gemüse schon vor mehreren Tausend Jahren. Die Sarazenen brachten die Aubergine nach Europa und Nordafrika. In italienischen Kochbüchern aus dem 15. Jh. wird sie bereits erwähnt. Seit dem 17. Jh. ist sie aus der Mittelmeerküche nicht mehr wegzudenken.

Die Aubergine (Solanum melongena) gehört zu den Nachtschattengewächsen. Die mehrjährige etwa 1,5 m hohe Pflanze hat behaarte Blätter und violette Blüten. Die Früchte können je nach Sorte sehr unterschiedlich sein. Neben den bekannten etwa 20 cm langen keulenförmigen, dunkelvioletten Früchten gibt es auch weiße eiförmige (die Urform) oder lila wurstförmige. Das subtropische Gemüse benötigt viel Wärme und wird noch heute von Hand geerntet. Das mit vielen kleinen Samen durchsetzte Fruchtfleisch enthält Kalium und Kalzium, Vitamin B und C und ist kalorienarm. Auberginen regen die Gallen- und Lebertätigkeit an und sollen sich auch günstig auf rheumatische Beschwerden auswirken.

AubergineDas Nachtschattengewächs enthält jedoch neben Solanin auch Nikotin. Rohe Früchte können daher Magenschmerzen, Durchfall und Erbrechen auslösen. So müssen Auberginen gekocht, gebraten, gebacken oder geschmort werden.

Das Gemüse passt zur Mittelmeerküche, aber auch zu asiatischen Currygerichten. Bekannt sind Auberginenpaste oder –püree. Gebackene oder  panierte Auberginen sind durch ihre pilzartige Konsistenz ein guter Fleischersatz in vegetarischen Gerichten. Beliebte Gerichte sind die griechische Moussaka oder sizilianische Caponata (Auberginen, Sellerie, Oliven und Kapern mit süßsaurer Soße).

Beim Einkauf erkennt man frische Auberginen an der Festigkeit und der glänzenden, glatten Haut. Die Blatthütchen sowie der Stängelansatz sollten noch grün sein. Älteren Früchten entzieht man durch Salzen der in Scheiben geschnittenen Frucht und anschließendes Abspülen den leicht bitteren Saft. Allerdings gehen dadurch einige wasserlösliche Mineralien und Vitamine verloren. Ganz junge Früchte können ungeschält verwendet werden.

Marianne Nitsche

Das Gemüseportrait aus dem Ernährungsrundbrief 2-07


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