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Die Brennessel: Heil- und Nahrungspflanze

Mit den Frühlingstagen kommen die ersten kleinen Blättchen der Brennnessel aus dem Boden. Schon bald wachsen sie zu stattlichen, bis zu 1,5 m hohen Pflanzen heran. Für viele Menschen ist die Große Brennnessel schlichtweg ein Unkraut, lästig zudem, weil man sich an ihr brennen kann. Durch diese Eigenschaft gehört die Brennnessel wohl zu den bekanntesten Wildpflanzen, die auch botanisch ungeübte Menschen auf Anhieb erkennen. 2022 war sie Heilpflanze des Jahres vom Verein NHV Theophrastus.

Die Brennessel: Heil- und Nahrungspflanze

Brennessel

Mit den Frühlingstagen kommen die ersten kleinen Blättchen der Brennnessel aus dem Boden. Schon bald wachsen sie zu stattlichen, bis zu 1,5 m hohen Pflanzen heran. Für viele Menschen ist die Große Brennnessel schlichtweg ein Unkraut, lästig zudem, weil man sich an ihr brennen kann. Durch diese Eigenschaft gehört die Brennnessel wohl zu den bekanntesten Wildpflanzen, die auch botanisch ungeübte Menschen auf Anhieb erkennen. 2022 war sie Heilpflanze des Jahres vom Verein NHV Theophrastus.

Dabei gibt es kaum eine andere Pflanze, die so hilfreich für die Umwelt und den Menschen ist. Zuerst einmal zeigt sie dem Gärtner an, wie der Boden beschaffen ist, auf dem sie gern wächst. Sie liebt den Reichtum an Nährstoffen von Stickstoff und Eisen. So enthält sie selber viel Eisen, sucht aber auch Böden, wo sie es findet: nahe an Zäunen, wo Bauschutt vergraben ist, alte eisenhaltige Rohre etc. Vielleicht achtet der eine oder andere einmal darauf, wo er Brennnesselbüsche hat.

Der erste Teil ihres lateinischen Namens Urtica dioica bedeutet die Brennende. Das Brennen wird durch ihre Brennhaare verursacht. Bei Berührung brechen deren kieselhaltige Spitzen. Das austretende Histamin und weitere Substanzen verursachen die Quaddeln auf der Haut. Der zweite Teil des botanischen Namens „dioica“ wird mit zweihäusig übersetzt. Es gibt nämlich rein weibliche und männliche Pflanzen. Weibliche Blütenstände hängen nach der Bestäubung, die männlichen bleiben aufrecht. Ab Mai bis Oktober blüht sie in unauffälliger hellgrüner Farbe. Die kleinen Samen heißen Nüsschen und werden gern als regionale Nahrungsergänzung oder Naturheilmittel gesammelt. Dazu nutzt man die Früchte der weibliche Blüten

 

Verwendung in Garten und Verarbeitung

Die Brennnessel wurde früher mehr genutzt als heute. So stellte man aus ihren Fasern bis ins 18. Jh. das Nesselgewebe her. Erst die Baumwolle verdrängte das immer etwas kratzige Tuch, einige Firmen produzieren bis heute noch Nesselgewebe. Der Chlorophyllgehalt der Brennnessel wird bis heute als Farbstoff und für medizinische Zwecke genutzt. Brennnesselblätter gibt man gern für Hühnerfutter, verhelfen sie doch durch ihren hohen Gehalt an Vitamin A und Carotin dem Eigelb zu intensiver Farbe.

Im Garten nutzt man vergorene Brennnesseljauche zur Düngung. Das unvergorene Brennnesselwasser wird gegen Läusebefall eingesetzt. Dessen Wirksamkeit wird durch Forschungen bestätigt, die insektizide Substanzen in Brennnesseln nachgewiesen haben. Im bio-dynamischen Landbau ist die Brennnessel eine Präparatepflanze für den Kompost.

 

Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkung

Für die Ernährung sind die Blätter das Wichtigste! Nichts hilft besser gegen Frühjahrsmüdigkeit als eine kleine tägliche Brennnesselmahlzeit. Das Blatt hat nach der Dreigliederung von Pflanze und Mensch eine Beziehung zum Rhythmischen System mit Herz und Lunge.

Die Brennnessel hat einen hohen Eisengehalt, auch andere Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium oder Kalium sind in größeren Mengen vorhanden. Bei den Vitaminen lässt sich die Brennnessel von kaum einer Gemüsepflanze etwas vormachen, z.B. beim Gehalt an Vitamin C und A (ß.Carotin) wie auch B2 oder B1. Lediglich die Petersilie – eine Gewürzpflanze – ist ähnlich gut ausgestattet bei den Vitaminen C und A. Allerdings kann man nicht so viel Petersilie essen wie z.B. Brennnesselgemüse.

Außer dem Blättern kann man die Wurzel und die Samen verzehren. Die kleinen Samen enthalten ein wertvolles Öl, das reich an Linolsäure ist. Die Samen wirken vitalisierend, leistungsfördernd, fördern den Stoffwechsel. Die Brennnesselwurzel wird als Tee oder Haarwasser genutzt. Sie hilft bei Prostata- und Blasenbeschwerden sowie gegen Haarausfall. Die Brennnesselwurzel hat eine Beziehung zum Nerven-Sinnes-System, die Früchte/Samen zum Stoffwechsel-Gliedmaßen-System.

Die Volksmedizin empfiehlt die Brennnessel gegen Blutarmut, Rheuma, Gicht und bei Gallenleiden. Von den Blättern kann man Tee bereiten, der harntreibend und auch milchbildend wirkt. Äußerlich angewendet soll er gegen Haarausfall helfen. Brennnesseln können erstarrte Strukturen (Gicht, Blähungen) auflösen, aber auch aufgrund von Fehlernährung entstandene Ablagerungen oder Übersäuerung ausleiten. So soll der tägliche Genuss von Brennnesseltee bei Arthrose zur Schmerzlinderung führen.

Ebenso nutzt man sie in der anthroposophischen Medizin gegen Blutarmut und für die Milchbildung der stillenden Frau.

 

Zubereitung und Halbbarmachen

Geeignet dafür sind Brennnesselsuppe, Brennnesselgemüse evtl. gemischt mit Spinat oder Brennnesselsalat. Das Brennen verliert sich durch das Erhitzen oder bei Salaten durch gründliches Zerkleinern, sonst brennt es im Gaumen. Man kann die Blätter auch in ein Tuch wickeln und kräftig durchwringen. Auch als Tee kann man die Brennnesselblätter oder -wurzel verwenden, evtl. gemischt mit Melisse oder Ingwerwurzel. Eine nette Zubereitung auch für Kinder sind Brennnesselchips. Dazu gibt man die einzelnen Blätter und Blattspitzen in eine Pfanne mit Fett (Olivenöl, Bratöl, Butterschmalz) und frittiert sie.

Brennnesselblätter können zur Haltbarkeit im Backofen getrocknet werden. Sie lassen sich dann als Tee oder auch zerrieben als Pulver zu Gerichten geben. Brennnesselsamen kann man kurz trocknen und dann im verschlossenen Glas etwa 1 Jahr aufheben.

 

An solch einer Gesundheitspflanze sollte man nicht achtlos vorübergehen. Jeder Gartenbesitzer kann sich eine Brennnessel-Ecke anlegen, selbst auf dem Balkon gedeiht sie in einem Topf. Frühlingszeit ist Brennnesselzeit in der Küche! Guten Appetit!

 


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