Möhren - Unser Tipp im Oktober
Die Möhre, auch Karotte, gelbe Rübe, Mohrrübe oder Rübli genannt, gehört zu den Doldenblütlern. Neben ihr gehören Pastinaken, Sellerie und Fenchel zu der Familie wie auch zahlreiche Kräuter wie Petersilie oder Dill. Der Begriff Karotte stammt aus dem griechisch-lateinischen Sprachraum, Möhre oder Mohrrübe aus dem germanischen. Diese Vielzahl der Benennungen zeigt die Bedeutung dieser Gemüseart in vielen Gegenden.
Der Hauptanbauer der Welt ist China gefolgt von Usbekistan und Indien. In Europa liegt Deutschland in der Produktion hinter Großbritannien und gehört zu den zehn größten Anbauländern der Welt.
Auch beim Verzehr liegt die Möhre vorn. Mit 11 kg pro Person und Jahr gehört sie nach der Tomate zu den am meisten verzehrten Gemüsearten.
Möhren gibt es in vielerlei Farben von weiß, gelb, orange bis zu violett. In älteren Schriften wird sie oft mit der verwandten Pastinake gleichgesetzt. Unsere heutige orangene Möhre stammt wahrscheinlich aus einer niederländischen Züchtung des 19. Jh. Während etliche Möhrensorten heute Hybride sind, gibt es in der bio-dynamischen Züchtung etwa 13 samenfeste Sorten. Bekannt ist die Rodelika, Robila, Milan, Oxhella oder Asap. Man unterscheidet Frischmöhren, die mit Laub im Bund verkauft werden und zum Rohverzehr gedacht sind, Lagermöhren und Industriemöhren für Konserven oder Saft. Daneben unterscheidet man Möhren nach der Reifezeit in Früh-, Sommer- und Spätmöhren. Der Bio-Möhrenanteil im Anbau machte in Deutschland 2025 ungefähr 23 % aus. Von der Möhre isst man die Wurzel. Nach der Dreigliederung der Pflanze hat sie eine Beziehung zum Nerven-Sinnes-System.
Anbau
Die Möhre ist zweijährig. Im ersten Jahr bildet sie die gewünschte Wurzel als Speicherorgan aus. Im zweiten Jahr blüht und fruchtet sie. Dieses zweite Jahr nutzt man nur zur Züchtung und Samengewinnung.
Möhren lieben sandigen Boden und nicht so hohe Temperaturen im Sommer. Sie benötigen nicht viel Stickstoff, aber Kalium im Boden. Kalkhaltige Böden liebt sie gar nicht. Möhren lassen sich auch leicht im Garten oder sogar Kübeln anbauen.
Inhaltsstoffe und gesundheitliche Bedeutung
Möhren weisen wie alle Gemüse einen geringen Eiweiß- und Fettgehalt auf. Aber sie enthalten etwa 5-6 % Zucker, was ihren süßen Geschmack ausmacht. Von Bedeutung sind ihre Vitamine und Mineralstoffe, darunter vor allem der Gehalt an ß-Carotin, dem Provitamin A. Nennenswert ist auch ihr Gehalt an löslichen Ballaststoffen, dem Pektin, was günstig für das Darmmikrobiom und die Verdauung ist. Als leichtverdauliches Gemüse nutzt man die Möhre in der Säuglingsernährung und bei Verdauungsschwäche. Der ß-Carotingehalt wird besser aus gegarten Möhren als aus rohen aufgenommen, da dann die Zellen bereits geöffnet sind. Etwas Fett beim Möhrengericht verbessert zusätzlich die Resorption. Ein altes Rezept gegen Durchfall sind die 2-Stunden-Möhren nach dem Kinderarzt Moro. Dazu kocht man die Möhren so lange, da sie dadurch sehr verträglich werden und sich Oligosaccharide (Zuckerketten) bilden, die den Durchfallerregern das Anheften an die Darmwand erschweren.
Einkauf und Lagerung
Bei Bundmöhren mit Laub achte man auf frisches Grün. Sie werden vor allem im Frühjahr bis in den Sommer hinein angeboten. Vor dem Aufbewahren entferne man am besten das Laub, dann lassen sie sich 1-2 Wochen kühl lagern. Lagermöhren oder Waschmöhren bewahrt man gut im Gemüsefach des Kühlschranks oder einem kühlen Keller (z.B. in Sand eingelagert) auf. Dort halten sie sich längere Zeit. Der AKE empfiehlt bevorzugt Demeter oder Bio-Möhren.
Zubereitung und Verwendung
Vor der Verwendung wäscht man die Möhren. Ob man die Schale entfernt, kommt auf die Möhren an. Meist reicht es, die Haut abzuschaben, damit die darunter liegenden Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Will man sie schälen, so nutze man einen geeigneten Sparschäler.
Möhren lassen sich vielfältig verwenden: in Suppen, geraspelt in Salaten, als gegarte Gemüse solo oder gemischt mit anderen, als Belag auf Gemüsekuchen, als Ofengemüse, in Aufläufen etc. Auch in süßen Gerichten wie Möhrenkuchen oder als Zutat in Möhrenbrot schmecken sie gut. Für Kleinkinder bereitet man Möhrenbrei, ebenso Möhrenpüree oder vegetarische Brotaufstriche mit Möhren.
Aus Möhren kann man Möhrensaft frisch pressen oder einen fertigen Bio-Möhrensaft im Handel kaufen. Es gibt in auch milchsauer vergoren. Möhren werden haltbar gemacht in Konserven angeboten oder milchsauer fermentiert.
Bei unseren Rezepten finden Sie ein Rezept für Möhren aus dem Ofen
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