Zuckermais - Unser Tipp im Juli
Zuckermais, auch Süßmais oder Gemüsemais genannt, gehört zu den Getreidearten, den Süßgräsern. Beim Zuckermais handelt es sich um eine Varietät der Maispflanze. Der meiste Mais, der auf unseren Felder wächst, ist jedoch Zahn- oder Hartmais, der als Tierfutter genutzt wird. An die 80 % der angebauten Maispflanzen dienen als Futtermais. Zuckermais unterscheidet sich davon, dass sich beim Reifen der gebildete Zucker nur langsam in Stärke umwandelt. Daher schmecken die Kolben süßlich. Auch sind die einzelnen Körner sehr zart und saftig. Futtermais weist dagegen festere und kaum süße Körner auf. Mais war Gemüsepflanze des Jahres 2021/22 von Verein für Nutzpflanzenvielfalt (VEN).
Herkunft und Anbau
Mais ist eine alte Kulturpflanze aus Mexiko, wo er etwa 3000-4000 v. Chr. aus Wildgräsern gezüchtet wurde. Er verbreitete sich rasch in Mittel- und Südamerika als Grundnahrungsmittel. Mit den Spaniern kam er im 16 Jh. nach Europa. Bald baute man ihn im gesamten Mittelmeergebiet bis in die Türkei und Nordafrika an. Von dort gelangte er später auch nach Mitteleuropa.
Es gibt eine Vielzahl von Maissorten, die sich nach Eigenschaften unterscheiden. Bekannt ist z.B. der Puffmais, der für Popcorn genutzt wird. Stärkereiche Sorten verwendet man für die industrielle Stärkeherstellung (Maisstärke). Zuckermais ist eine jüngere Züchtung vom Anfang des 20. Jh. Eine bekannte Sorte ist Golden Bantam oder Damaun. Die meisten Zuckermaissorten haben gelbe Körner, es gibt aber auch Varianten mit rotbraunen oder blauen Körnern. Zuckermais aus heimischem Anbau wird von Juli bis September angeboten. Importware kommt aus Spanien oder den USA, die weltweit der größte Erzeuger sind.
Zuckermais kann man auch im Garten anbauen. Die Pflanzen sind kälteempfindlich und werden daher erst nach den Eisheiligen ausgepflanzt. Die Pflanze wird bis zu 2 m hoch. Sie bildet männliche Blüten an der Spitze der Pflanze und weibliche Blüten am dicken Stängel aus. Nach der Befruchtung entwickeln sich daraus die Kolben. Sie sind von Hüllblättern umgeben und weisen an der Spitze die sogenannte Seide auf. Zuckermais wird geerntet, bevor er ganz ausgereift ist und die Körner hart werden. Man erkennt diesen Reifezustand daran, dass die Seidenfäden braun werden. Zuckermais zählt im Gegensatz zu den ausgereiften Maiskörnern, die z: B. zu Polenta verarbeitet werden, zu den Gemüsearten.
Inhaltstoffe und gesundheitliche Wirkung
Gemüsemais zählt lebensmittelrechtlich zu den Gemüsen. Dafür ist er recht energiereich, da er eben ein unreifer Same ist. Er ist vor allem kohlenhydratreich.
Verwendung
Zuckermaiskolben kann man frisch geerntet essen. Im Handel werden rohe, aber auch vorgegarte, eingeschweißte Kolben angeboten. Sehr kleine, Mini-Kolben legt man gern in Essig sauer ein und verkauft sie als Sauergemüse. Vielfach werden die einzelnen Zuckermaiskörner jedoch verarbeitet und in Dosen oder Gläsern angeboten. Eine Untersuchung von 2024 von Ökotest ergab, dass sich in vielen Dosen geringe Mengen von Bisphenol A fanden. Daher wurde empfohlen Gemüsemais lieber im Glas als in einer Dose zu kaufen.
Frische Kolben lassen sich garen, in Butter braten oder grillen. Beim Garen sollte das Wasser nicht gesalzen werden, da sonst die Körner leicht hart werden können. Erst den fertigen Kolben würzen. Eingelegter Gemüsemais eignet sich als Beilage zu Fondues oder Raclette wie auch im Salat, in Gemüsegerichten oder Suppen.
Foto: Evgen Orlova auf pixabay Kolben in Schale