Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Fachinfo Ernährung Lebensmittel Stevia – Genuss ohne Reue?
Artikelaktionen

Stevia – Genuss ohne Reue?

Stevia ist eine Pflanze aus Paraguay, die eine natürliche Süße aufweist. Ihre Süßkraft ist 300 mal so intensiv wie Zucker, aber es handelt sich nicht um ein Kohlenhydrat. Sie enthält SÜßSTOFFE, die keine Energie (Kalorien) liefern, also auch keine Nährkraft besitzen.

Um Zucker zu vermeiden, wird Stevia als natürlicher Süßstoff für Getränke oder zum Backen angepriesen. Inzwischen sind auch schon etliche Produkte im Handel, allerdings nicht als Steviapflanze oder -blätter, sondern als Auszug.

Steviapflanze weiterhin nicht als Lebensmittel zugelassen

Die Pflanze Stevia selbst darf in der Europäischen Union nicht als Lebensmittel verkauft werden, da weiterhin Zweifel an ihrer gesundheitlichen Unbedenklichkeit bestehen. Daher werden Steviablätter oder die Steviapflanze oft für andere Zwecke wie für Kosmetik angeboten. Dies geht auf das Jahr 1999 zurück, wo Stevia unter die Verordnung für neuartige Lebensmittel fiel und keine Unbedenklichkeitsstudien vorweisen konnte. Heute gibt es 2 Ausnahmen: Erlaubt ist es, mit Stevia gesüßten Tee für ein Produkt zu verwenden (höchstens 1-2 % Steviablätter). Diese Darreichung gab es auch schon vor der Verordnung, so dass diese Ausnahme weiter besteht. So kann man z.B. Produkte mit Steviatee gesüßt im Lebensmittelangebot finden. Der Nachteil ist, dass Stevia nicht nur süßt, sondern zugleich einen Bitterstoff enthält, der auf diese Art gesüßten Lebensmitteln einen wenig akzeptierten Beigeschmack vermittelt. Daher hat sich diese Anwendung auch kaum durchgesetzt.

Zusatzstoff Stevioglykosid

Die zweite Ausnahme sind hochgereinigte Auszugsstoffe aus den Steviablättern, die Stevioglykoside. Sie sind als Zusatzstoffe mit entsprechender E-Nummer zugelassen und dürfen somit Lebensmitteln - wie andere Süßstoffe natürlicher oder chemischer Herkunft - zugesetzt werden. Diese Stevioglykoside kann bald es sogar in Bio-Qualität geben, denn ihre Produktion ist in den USA erlaubt. Daher dürfen sie auch in die EU als Bio-Stevioglykosid importiert werden. Die Stevioglykoside weisen nicht den bitteren Beigeschmack der Steviablätter auf, sind aber isolierte Substanzen wie andere Süßstoffe auch.

Haben Stevia oder Stevioglykoside Vorteile?

Der Zuckerverbrauch ist in Europa wie in vielen anderen Ländern der Welt zu hoch. Dadurch trägt er zu Übergewicht und gesundheitlichen Problemen bei. Eine Verminderung ist sehr wünschenswert. Zucker versorgt den Menschen auf zweierlei Weise: Er regt über seinen süßen Geschmack die Sinne und die Seele an und er versorgt den Körper mit Energie. Bereits das Baby lernt über den natürlichen Milchzucker der Muttermilch diese Kombination: Sinnesfreude und Nährwert. Ein Süßstoff – egal ob natürlicher oder chemischer Herkunft – regt nur die Sinne an, liefert aber keine Energie. Die inneren Organe erhalten nichts – bzw. eine nicht verdaubare Substanz. Dies führt zu Irritationen. Der Mensch mit seinen Sinnesfunktionen und dem Stoffwechsel wird unterschiedlich angesprochen. Immer wieder wird diskutiert, inwieweit hinterher der Mensch mehr isst, weil der Stoffwechsel durch das Süße angeregt wird, aber nichts bekommen hat und inwieweit die Bauchspeicheldrüse mit ihrer Insulinproduktion gestört wird.

Auf jeden Fall verändert sich nichts am Ernährungsverhalten. Der Süßehunger vermindert sich nicht, er wird nur durch den Süßstoff befriedigt. So verbessert sich auch die Ernährung nicht wirklich, denn sonst müssten andere Lebensmittel bevorzugt werden, so dass das Süßebedürfnis geringer wird. Aus diesen Gründen empfiehlt der AKE keine Süßstoffe, auch nicht Stevia oder deren Abkömmlinge.

     Steviasüsse             Foto: Stevioglykoside zum Süßen

 

                                                                                                                                                                                        AKE  Info 2-18

 

 

Anhänge

Powered by Plone CMS, the Open Source Content Management System

Diese Website erfüllt die folgenden Standards: