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Alles anders! – Fleisch statt Getreide, Kokos statt Milch?

Eine Nahrung ohne Gluten, ohne Getreide, Milch und Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Zucker und pflanzliche Öle. Dafür tierische Fette, Kokosöl, viel Fleisch und Fisch, Gemüse – so lauten Ernährungsempfehlungen aus den USA. Nach der veganen Welle zeigen sich jetzt die Eiweiß- und Fett orientierten Ernährungsformen.

WeizenfeldDazu gehört die low-carb Ernährung, die den Kohlenhydratanteil der Nahrung zugunsten von Eiweiß und Fett stark vermindern möchte. Die ketogene Diät, die erfolgreich bei Menschen, vor allem Kindern mit Epilepsie eingesetzt wird, soll nun für alle einen Vorteil aufweisen. Sie besteht zu 70-80 % aus Fett und Eiweiß. Warum eine Diät, die bei einer Krankheit hilft, für alle günstig sein soll, ist nicht ersichtlich. Auf Milchprodukte soll entweder gänzlich verzichtet oder nur laktosefreie Produkte in kleinen Mengen konsumiert werden, weil Laktose für einige unverträglich ist. Müssen deshalb alle darauf verzichten, weil es sie auch treffen könnte? Ist dies nicht etwas zu einfach gedacht?

Eiweiß- und fettbetonte Ernährungsformen modern

Nach der veganen Welle zeigen sich jetzt die Eiweiß- und Fett orientierten Ernährungsformen. Die Begründung z. B. der Paleo Ernährung ist ein Menschenbild, das dem Körper keine Entwicklung zutraut: Der Mensch soll aufgrund seiner Gene aus der Steinzeit nicht in der Lage sein, sich den Produkten des Ackerbaus und der Milchkultur anzupassen. Dass dies jahrhundertelang gelang, wird ausgeklammert. Gerade der Mensch zeichnet sich durch große Anpassungsfähigkeit gegenüber Umwelt- und Ernährungsveränderungen aus. Der Übergang zu Ackerbau brachte die Getreide, viele Gemüse- und Obstsorten, Hülsenfrüchte und Ölsaaten. Dies ermöglichte erst die kulturelle Entwicklung vieler Völker. So zeigt den Menschen als sich entwickelndes Wesen, der nicht darauf angewiesen ist, das zu essen, was seine Urahnen verzehrten.

Auf die Qualität kommt es an!

Nun sollen all diese Lebensmittel zu Krankheiten führen von Diabetes, Krebs über Demenz und verschiedenste Autoimmunkrankheiten. Was ist los? Tatsächlich verzeichnen wir seit einigen Jahrzehnten große Veränderungen in der Ernährung. Züchtungen auf hohe Erträge, Tierrassen, die extrem viel Milch und Fleisch geben, dabei wenig fressen – die Ausbeutung der Naturreiche hat zugenommen. Dass solche einseitigen Entwicklungen die gegenteilige Wirkung hervorruft, ist nicht selten. Der viel zu hohe Zuckerverzehr, das helle Weißmehl – dies wird erneut infrage gestellt. Aber anstatt Wege aus dem Ungleichgewicht der „Western diet“ zu suchen, wird alles abgelehnt.

Im Mitteleuropa machen Kohlenhydrate den Hauptteil der Nahrung aus in Form von Getreide und Brot sowie als Zucker. Der Eiweißbedarf wird durch Milch und Milchprodukte sowie bei der gemischten Kost durch Fleisch und Wurst gedeckt. Bei den Fetten sind pflanzliche Öle empfehlenswert. So sehen die Empfehlungen der Ernährungsgesellschaften hier aus. Allerdings essen die Menschen tatsächlich weniger Kohlenhydrate als empfohlen und zu viel Zucker anstelle von Getreide, Kartoffeln oder Hülsenfrüchten. Dazu kommt ein zu hoher Fleisch- und Wurstverzehr. Hier sind Verbesserungen möglich, einige Empfehlungen wie z.B. die Bevorzugung fettarmer Milchprodukte sollen verändert werden.

Wie sieht es mit der ökologischen Wirkung solch neuen Ernährungsformen aus? Der erhöhte Eiweißverzehr vor allem von tierischem verschärft die Probleme der Tierhaltung und Futtermittelerzeugung. Es tritt eine größere Belastung für die Erde ein. Hier bietet eine kohlenhydratreiche Ernährung viele Vorteile, weil sie keine „Veredlungsverluste“ aufweist. Fazit: Die Ernährungsgewohnheiten lassen sich vielfach verbessern, brauchen aber keine vollständige Korrektur. Die Eiweiß und Fett orientierten Ernährungsformen sollten kritisch betrachtet werden. Positive Aussagen wie weniger Zucker oder mehr Gemüse konsumieren, sind dabei sicher sinnvoll und kein Widerspruch zu den „alten“ Gewohnheiten.

AKE Info 3-15

Foto: Weizenfeld Rechte: AKE

Das Info kann im Anhang heruntergeladen werden.

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