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40 Jahre AKE 1970- 2010

Getreide und mehr

40 JahreAls Dr. Udo Renzenbrink vor 40 Jahren den Arbeitskreis für Ernährungsforschung (AKE) begründete, stand ein Lebensmittel für ihn im Mittelpunkt: das Getreide. Er wollte ihm seinen Platz in der Ernährung schaffen, den es mit der Verbreitung der Kartoffel verloren hatte.

Getreide

Darüber hinaus sollten auch Getreidearten bekannt gemacht werden, die vergessen oder wenig geläufig waren wie Hirse oder Dinkel. So wurde die Ähre mit der schützenden Umhüllung das Logo des AKE. Drei Ansätze wurden angelegt: die praktische Zubereitung in der Küche, die Forschung mit Ernährungsversuchen und Labortätigkeit (Steigbild) und die theoretische Erkenntnisarbeit. Dazu gab es Kochkurse und Seminare, die bis Ende der achtziger Jahre regelmäßig stattfanden. Neben dem Getreide standen die Milch und die Lebensmittelqualität im Fokus. Schon immer wird die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise empfohlen. Grundlage der Arbeit ist die Anthroposophie.

Mit den 90er Jahren ging das Interesse an Ernährungskursen und den teilweise rustikalen und zeitaufwändigen Rezepten zurück. Die Menschen kochten weniger, verarbeitete Lebensmittel gewannen an Bedeutung und auch der Genuss spielte eine wichtigere Rolle. Für den AKE wurde eine große Umstellung seiner Aufgaben nötig, die mit einer Verkleinerung und dem Verkauf des „Hauses für Ernährung“ einherging. Udo Renzenbrink führte den AKE bis zu seinem Tod 1994. Ab 1998 übernahm die langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Petra Kühne die Leitung. Es fand ein Ortswechsel statt von Bad Liebenzell im Schwarzwald zu Bad Vilbel im Rhein-Main-Gebiet. 

Der AKE ist ein gemeinnütziger Verein mit etwa 650 Mitgliedern aus 25 Ländern vor allem in den deutschsprachigen. Er gibt seit 1971 die Zeitschrift „Ernährungsrundbrief“ für Mitglieder und Abonnenten heraus sowie Bücher zur anthroposophischen Ernährung. 

Kurse

In den letzten Jahren hat der AKE wieder Kurse zunächst über Säuglings- und Kinderernährung, Weiterbildung für Naturkostladner und spezielle Fachkurse zu diätetischen Themen angeboten. Seit 2007 findet eine Fortbildung zur anthroposophischen Ernährung in 10 Modulen statt. Etliche Teilnehmer nutzen die Inhalte in ihren beruflichen Zusammenhängen und sorgen somit für eine weitere Verbreitung der anthroposophischen Ernährung.

Forschung

In der Forschung ging es um Themen wie zur Schaf- und Ziegenmilch, – auch um deren Stellung bezüglich Allergien darzustellen zu den immer beliebter werdenden Frühstückscerealien, die allerdings teilweise intensiv verarbeitet und gesüßt sind, so dass ihre Qualität gemindert ist – zu Zucker und alternativen Süßungsmitteln und der Bedeutung der vegetarischen Ernährung für den Menschen. Auch unterstützte der AKE Forschungsprojekte anderer Institutionen wie die Ernährungsqualitätsstudie des Forschungsrings für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise oder die Hygienestudie der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum. Zwei Themen neben dem Getreide sind ganz aktuell: die Ernährung über die Sinne (kosmische Ernährung) und deren Verständnis auch aus naturwissenschaftlicher Sicht sowie das Erleben der inneren Qualität der Lebensmittel durch Verkostung.


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