Jahrestagung 2008
"Ernährung über die Sinne“
Kosmische und irdische Nahrung
Grundlage der ersten Darstellung von Renate Lendle waren die Aussagen Rudolf Steiners in seinem Landwirtschaftlichen Kurs. Danach wird der größte Teil der Nahrungsmenge, die der Mensch aufnimmt, nicht dazu benötigt Körpersubstanz aufzubauen, sondern Energie zu gewinnen. Sie stammt von Pflanzen, die sie in der Photosynthese aus Licht und Wärme mit Hilfe kosmischer Kräfte in den Kohlenhydraten speichert.
Der Abbau der pflanzlichen Substanz setzt diese Energie, diese Kräfte im Stoffwechsel frei und ermöglicht es Mensch und auch Tier „in Regsamkeit“ zu kommen, sich zu bewegen, den Stoffwechsel in Gang zu halten. Unseren physischen Körper erhalten wir dagegen von Substanzen, die wir mit Hilfe unserer Sinnesorgane, unserer Atmung und über unsere Haut aufnehmen.
Eine Ausnahme bilden allerdings unser Nervensystem und das Gehirn. Für deren Erhalt benötigen wir irdische Substanzen. Die Formung des Gehirns mit Hilfe irdischer Substanzen geschieht aber wiederum durch kosmische Kräfte, welche durch Planeten vermittelt werden. Wir leben als Mensch folglich von Erde und Kosmos. „Und“ so Renate Lendle „kosmische Ernährung kann auch durch eine harmonische Tischatmosphäre unterstützt werden, durch einen bewussten Lebensstil. Ein anderer Beitrag kann die Pflege unserer Erde durch den biologisch-dynamischen Landbau sein.
Von der Herkunft der Substanzen und Kräfte
Auch der 2. Vortrag von Dr. Petra Kühne befasste sich mit dem erweiterten Ernährungsbegriff, der die oben dargestellten Kräfte und Substanzen einschließt. Woher kommen die Substanzen, die der Mensch mit Hilfe der Sinne, der Haut und der Atmung aufnimmt? Sie haben ihre Herkunft in Luft und Wärme über der Erde. Die eigentliche Wachstumszone für Lebewesen ist aber die Erde mit der Feuchtigkeit. Irdische Substanz entstammt also Erde und Flüssigkeit, kosmische Substanz dagegen Luft und Wärme.
Die wesentlichsten Elemente sind Kohlenstoff,
Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff. Sie kommen in unterschiedlicher Menge
und Zusammensetzung in allen Menschen, Tieren, Pflanzen und der Erde vor. Dies
deutet auf eine gemeinsame Entwicklungsherkunft. Interessant ist die Tatsache
,dass die physische Substanz unseres gesamten Planetensystems aus diesen
Elementen aufgebaut ist.
Von der Kraft der Düfte
Stephanie Größel schließlich bot den Anwesenden einen Workshop, der Ernährung und „Energie tanken“ über den Geruchssinn ganz praktisch erleben ließ. Dass Aromaöle für eine Therapie oder auch zur Verbesserung der Atmosphäre eines Raumes genutzt werden können, ist den meisten Menschen bekannt. Das Wissen, wie man sie in der Küche nutzt, ist weniger verbreitet. Dazu müssen sie stets emulgiert werden, sonst können sie sich nicht mit der Speise verbinden. Für süße Speisen vermischt man das Öl mit fetter Milch, Sahne, Honig, einem guten Sirup oder Vollrohrzucker. Für würzige Speisen verwendet man Butter, Speiseöle, Essig, Senf oder Salz. Jeder Duft löst in uns auch Emotionen aus: Sympathie oder Antipathie“. Oft sind Gerüche mit Erinnerungen verbunden Dann durften die Teilnehmer selber an verschieden Ölen riechen. Es gibt dabei verschiedene Gruppen: Einmal süße, blumige wie Vanille, dann erfrischende wie Zitrusfrüchte und eine Gruppe von herberen wie Rosmarin oder Thymian. Die Teilnehmer sollen nun versuchen zu ergründen, welche Wirkung die Düfte auf sie haben. Wie fühlt man sich, erinnert man sich an etwas? Man merkt, bestimmte Aromen machen wach, andere beruhigen.
Mit diesem praktischen Teil schloss die Tagung ab. Es folgte die Mitgliederversammlung des AKE.
Marianne Nitsche