Ernährunginitiativen am Goetheanum
Ein Treffen von Ernährungsfachleuten aus verschiedensten Ländern fand einmal jährlich in Dornach am Goetheanum statt. 2010 gab es die erste Ernährungstagung seit langem. Die nächste Ernährungstagung ist für 2013 geplant.
Ernährungstagung November 2010
Endlich wieder eine Ernährungstagung!
Nach 12 Jahren Pause gab es wieder eine Ernährungstagung am Goetheanum zum Thema "Ernährung und Entwicklungsfähigkeit". Über 130 Menschen waren gekommen, darunter viele, die in den letzten Jahren regelmäßig mit dem Initiativkreis an dem Thema der anthroposophischen Ernährung gearbeitet haben. Eine Vorbereitungsgruppe, der Sektionskreis Ernährung, hatte die Tagung geplant und organisiert, die nun sehr gut angenommen wurde.
Dr. Petra Kühne vom Arbeitskreis für Ernährungsforschung gab
den Auftakt mit einer Standortbestimmung zu Auffassungen der Ernährung heute. Im 21. Jahrhundert sind Mythen und Behauptungen fehl am Platz. Wichtig ist das eigene Erleben durch Wahrnehmungs- und Sinnesschulung. Im Zeitalter der Bewusstseinsseele kommt es auf ein selbstständiges Prüfen an und nicht auf Übernehmen von Meinungen anderer. „Ist der Mensch, was er isst“?
oder Was muss der Mensch essen, damit er nicht das ist, was er isst?
fragte Ulrike von Schoultz aus Järna, Schweden und verdeutlichte den Zusammenhang von Entwicklung und Ernährung - dem Tagungsthema. Dies setzte Dr. med. Reinhard Kindt fort, in dem er vier Zeitfenster im menschlichen Lebenslauf vorstellte, in denen Veränderungen - auch auf dem Gebiet der Ernährung - am wirkungsvollsten sind. Dr. Marco Waser, Epidemiologe
aus der Schweiz sprach über Ergebnisse von Studien, wonach wenig
verarbeitete, kontrollierte Milch einen Schutzfaktor vor Allergien
darstellen kann.
Gesunde Nahrung ermöglicht Entwicklung - fehlende Nahrung kann Entwicklung verhindern. Solche Probleme treten auf, wenn Menschen zu wenig Lebensmittel zur Verfügung haben. Dass dies auch mit den Bedingungen des globalen Welthandels zu tun hat, erläuterte Nikolai Fuchs anhand der Zusammenhänge von Zöllen, Subventionen und globalen
Abhängigkeiten und zeigte anfängliche Wege, diese Situation zu ändern.
Auf ein wichtiges Thema der anthroposophischen Ernährung, die irdische und kosmische Ernährung, ging Dr. Michaela Glöckler ein. Diese ganzheitliche Betrachtung, die auch den Zusammenhang von Lebens- und Denkkräften aufzeigt, stellt die Ernährung in einen weiten Zusammenhang, der über das Essen und Trinken hinausgeht. Daneben gab es eine Reihe von Arbeitsgruppen, auf denen die Vortragsthemen vertieft und weitere wichtige Ernährungsthemen im Gespräch bewegt werden konnten. In zwei Workshops wurden leckere Speisen zubereitet sowie eine Übung zur Geschmackswahrnehmung von Lebensmitteln. Eine Podiumsdiskussion über die Gemeinschaftsverpflegung mit drei Köchen zum Thema "Qualität und Wirtschaftlichkeit" rundete diese Tagung ab.
Im abschließenden Gespräch über eine Weiterarbeit wurde deutlich, dass die Teilnehmer nicht wieder 12 Jahre auf die nächste Tagung warten wollen, sondern dass regelmäßig solch ein Angebot, gern mit internationaler Beteiligung, stattfinden kann.
Voraussichtlich wird dies 2013 wieder der Fall sein!