Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Unsere Arbeit Berichte von AKE Veranstaltungen Nüsse – nicht nur zum Knabbern geeignet - Bericht vom Fachseminar
Artikelaktionen

Nüsse – nicht nur zum Knabbern geeignet - Bericht vom Fachseminar

Inzwischen ist es eine liebgewonnene Tradition, dass die Mitglieder der Arbeitsgruppe Kulturpflanzen einmal im Jahr gemeinsam ein Kochseminar anbieten. 2014 fiel die Wahl leicht, denn Nüsse standen im Mittelpunkt der Arbeit. Was lag also näher als unsere Mitglieder und weitere interessierte Menschen von den gemachten Erfahrungen profitieren zu lassen. Zu diesem Zweck fanden sich Ende November dreizehn Teilnehmer in der Bildungsstätte „der hof“ in Frankfurt-Niederursel ein.

Nüsse in der Ernährung

Zum Einstieg erfuhren die Teilnehmer von Frau Dr. Kühne Wissenswertes über die Bedeutung von Nüssen für die menschliche Ernährung. Nüsse sind in aller Regel mit einem Gehalt von 50 bis 70 % sehr fettreich, mit einem hohen Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren. Studien von Abnahmewilligen zeigen, dass sie jedoch nicht zum Übergewicht beitragen. Das liegt vor allem an ihrem hohen Sättigungsgrad und der damit verbunden niedrigen Verzehrsmenge. Der recht hohe Anteil an Eiweiß in den Nüssen ergänzt sich gut mit dem von Getreide, so dass Nüsse gerade für die vegetarische Küche gut geeignet sind.

 

Pflanzenportraits: von Cashew- bis Walnuss

Anschließend wurden die bekanntesten 12 Nüsse in Deutschland präsentiert. Wussten Sie, dass die Nüsse zu verschiedenen Pflanzenfamilien gehören? Während Wal- und Pekannuss zu den Walnussgewächsen gezählt werden, sind Pistazie und Cashewnuss aus der Familie der Sumachgewächse. Die Haselnuss wiederum ist ein Birken- und die Mandel ein Rosengewächs. Allen gemeinsam ist, dass ihre Schale verholzt ist und sie zum Schalenobst zählen. Zur Veranschaulichung wurden zahlreiche Nüsse vorgestellt. Auf besonderes Interesse stieß dabei die Paranuss-Kapsel, ein Mitbringsel aus Bolivien, in der sich eine Handvoll Paranüsse befinden.

 

Soziale Aspekte des Anbaus und der Ernte

Weitgehend unbekannt, aber bemerkenswert sind die Anbau- und Verarbeitungsbedingungen einiger Nüsse. Diese werden oft in aufwändiger Kleinarbeit von Hand geerntet, geknackt und weiterverarbeitet. Dies zeigt sich besonders eindringlich bei der in den Tropen beheimateten Cashewnuss. Die Bedingungen der Arbeiter/innen auf den Plantagen sind oft schwer. Fair gehandelte und biologisch angebaute Cashewnüsse bekommt man zum Beispiel in Eine-Welt-Läden. Diese haben dann natürlich ihren dem Aufwand angemessenen Preis.

 

ErdnusscurryKochen, Wahrnehmen, Genießen

Dass man Nüsse nicht nur als Knabberei zwischendurch genießen kann, erfuhren die Teilnehmer beim Kochen und gemeinsamen Mittagessen. In zweier Teams wurden insgesamt sechs Gerichte erstellt. Dazu gehörte eine mild-aromatische Grünkerncremesuppe mit Haselnuss und Butternutkürbis, ein kräftiges Erdnusscurry mit Wirsing und Polenta und leckere Kirsch-Mandel-Muffins.

Wie unterschiedlich Nüsse auf den Menschen wirken, konnte man während der Wahrnehmungsübungen beobachten. Nach einer Einführung in den Ablauf von körperwahrnehmenden Verkostungen durch Marianne Nitsche, übten die Teilnehmer sich an Haselnuss und Mandel. Dabei schilderten sie verschiedenste Beobachtungen. Trotz der individuellen Ausprägungen ergab sich jedoch ein Gesamtbild: So zeigte die Mandel eine harmonisierende, beruhigende Wirkung, die aber nicht zu Müdigkeit führte.

Mit diesen eindrücklichen Erlebnissen endete ein lebendiger und interessanter Seminartag in netter Runde. Mit vielen Informationen, Praxistipps und zahlreichen Rezepten ausgestattet, machten sich die Teilnehmer auf den Heimweg.

Judith Schake

aus dem Ernährungsrundbrief 1-15


Powered by Plone CMS, the Open Source Content Management System

Diese Website erfüllt die folgenden Standards: