Ernährung und Krebs
Im Internet werden
bei Amazon unter dem Suchbegriff „Ernährung und Krebs“ 63 aktuell lieferbare
Buchtitel angeboten; bei Google erscheinen 2.740.000 Eintragungen zu dem Thema.
Trotzdem ist in der Praxis der Beratungsbedarf zur Ernährung bei Krebspatienten
sehr groß, während eine Grundlage für eine eigenständige Urteilsbildung
bezüglich der Diätvorschläge im Allgemeinen sehr mager ist. Nur bei wenigen
„Gesunden“ ist das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung geweckt. Viele
Krebspatienten suchen dagegen fast zwanghaft nach der „Anti-Krebs-Diät“ und
lassen sich von den vielen teils widersprüchlichen, teils extremen oder sehr
einseitigen Empfehlungen verwirren. In vielen Bücher zum Thema wird versucht,
den krebskranken Leser mit moderner Aufmachung und pragmatischen Texten von
seiner Ernährungs-Sichtweise zu überzeugen. Verzweifelt sucht mancher Patient
nach einer Orientierung in dieser Vielfalt.
Das Buch „Ernährung
und Krebs“, 1984 erstmalig von dem Pionier der anthroposophischen Ernährungsforschung
Udo Renzenbrink verfasst, hat jetzt nach 22 Jahren seine 6. überarbeitete
Auflage bekommen: wahrlich kein Strohfeuer, sondern ein stetiger Bedarf machte
die Bedeutung dieses einmaligen Werks offensichtlich. Es ist ein Klassiker in
einem neuen Gewand und mit einem aktualisierten, hauptsächlich von Petra Kühne
als würdiger Nachfolgerin von Renzenbrink bearbeiteten Inhalt!
Die geistige Heimat des Buches wird schnell klar. In ruhigem, fast nüchternem und übersichtlichem Stil werden wesentliche Aspekte der anthroposophischen Menschenkunde erklärt und Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gesundheit und Krankheit, insbesondere Krebs, besprochen. So wird der Leser angeregt sich neben krebserregenden Substanzen auch mit der spirituellen Seite der Ernährung, bis hin zu der Auswirkung auf dem Luft-, Licht- und Wärmeorganismus des Menschen zu beschäftigen. Sehr überzeugend ist der souveräne Umgang mit aktuellen ernährungswissenschaftlichen Ergebnissen in einem spirituellen Kontext. Das Buch fordert zur eigenen Urteilsbildung auf und bietet eine Einführung in übergeordnete Zusammenhänge von Mensch und Welt, von Gesundheit und Krankheit an. 1/3 des Buches besteht aus Rezepten, die auch für nicht-geübte Vollwert-Köche gut verständlich sind und ein reich variiertes Spektrum an appetitanregenden Gerichten vorstellen.
Für die onkologische Beratung in der anthroposophischen Praxis ist dies ein unentbehrliches Buch, welches Patienten empfohlen werden kann, die ihren Lebens- und Ernährungsstil bewusst ändern wollen. Diese Neuauflage ist eine der vielen wertvollen Früchte des Arbeitskreises für Ernährungsforschung in Bad Vilbel.
Bartholomeus Maris (Ernährungsrundbrief 1-06)